Andi Babler hat Chuzpe: Da zieht sich der Kulturminister (SPÖ) den Zorn der Bregenzer Festspiele zu, weil er die Subventionsbremse bei voller Fahrt zog, und trotzdem lässt er es sich nicht nehmen, heute, Mittwoch, bei der Eröffnung des Festivals zu reden. Er will die immer weiter klaffende Schere zwischen reich und arm thematisieren: „Es ist eine schlechte Nachricht für unsere Demokratie, dass die Vermögensverteilung in den westlichen Industrieländern heute eher an das absolutistische Frankreich erinnert als an die vergleichsweise egalitären 1960er-Jahre.“
Man kann sinnieren, warum er die 1960er erwähnt (mit einer Alleinregierung der ÖVP unter Josef Klaus) und nicht die 70er, als Bruno Kreisky echte sozialdemokratische Politik machte. Aber Babler will, denkt sich Ihr Tratschpartner, ohnedies etwas anderes ausdrücken: Es braucht Solidarität. Auch im Kulturbereich.