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Verhandlungen über Sanierungsplan dauern an

von Max

Im Sanierungsverfahren der KTM AG verhandeln die Gläubiger heute, seit 09.00 Uhr in der Früh, im Landesgericht Ried im Innkreis über den angebotenen Sanierungsplan. KTM-Boss Stefan Pierer und KTM-CEO Gottfried Neumeister sind persönlich erschienen. Die Mehrheit der Gläubiger muss den Sanierungsplan absegnen, damit KTM gerettet werden kann. Insgesamt eine Handvoll strategischer Investoren soll im Rennen um die KTM-Rettung involviert sein. Gegen 13.00 Uhr konnte der KURIER in Erfahrung bringen, dass sich ein Ende der Sanierungsplantagsatzung noch nicht abzeichnet. Um 14.30 Uhr beginnt die nächste Sanierungsplantagsatzung bei der insolventen Tochter KTM Components GmbH.

„Wir stimmen für den Sanierungsplan, weil bei einer Zerschlagung nur 15 Prozent Quote herauskommen würden“, sagt Gerhard Weinhofer vom Gläubigerschutzverband Creditreform, der auch zwei Banken vertritt. „Angesichts der Lage ist es nicht schlecht, bis Ende Mai 30 Prozent Quote zu bekommen. Das schafft wieder Liquidität bei den Lieferanten, wenn das Geld fließt. Außerdem bleiben die Geschäftsverbindungen aufrecht und der Standort bleibt erhalten und die meisten Mitarbeiter behalten ihre Jobs.“ 

Insgesamt hat KTM 2,013 Milliarden Euro anerkannte Verbindlichkeiten. Die Gläubiger sollen eine Quote von 30 Prozent als Einmalzahlung erhalten, dafür müssen rund 600 Millionen Euro aufgebracht werden. Die Summe muss bis 31. Mai 2025 beim Insolvenzverwalter hinterlegt werden. Den Zuschlag für den Sanierungsplan erhofft sich das Konsortium um den indischen KTM-Aktionär Bajaj und den Investor Stephan Zöchling mit seiner Dabepo GmbH. Letztere hat der Pierer-Gruppe zum Jahreswechsel bereits 65 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, damit ein Konkurs abgewendet werden konnte. Bajaj und Zöchling sind auch bereit, weiter 150 Millionen Euro aufzustellen, damit die Produktion im derzeit stillstehenden Werk in Mattighofen Mitte März wieder aufgenommen werden kann.

 

Im Anschluss an die Sanierungsplantagsatzung der KTM AG folgen am Nachmittag auch jene der ebenfalls insolventen KTM-Töchter KTM Components GmbH sowie der KTM Forschungs & Entwicklungs GmbH. Ihr Schicksal ist wohl mit dem der Mutter verknüpft. Die in mehreren Ebenen im Konzern über KTM stehende Pierer Industrie hat – bedingt durch die KTM-Zahlungsunfähigkeit – ein Europäisches Restrukturierungsverfahren durchlaufen. Der Restrukturierungsplan wurde in der Vorwoche angenommen. Im Wesentlichen ging es darum, Anleihen und Schuldscheindarlehen zu verlängern. Die Summe der Nennbeträge lag bei knapp 250 Mio. Euro. 

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