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Verheerender Luftangriff auf die Ukraine

von Max

Strom aus der EU

Dass es noch nicht so weit ist, hat Kiew auch Stromimporten aus der EU zu verdanken. Das ukrainische Stromnetz ist seit mehr als zwei Jahren mit dem kontinentaleuropäischen verbunden. Kurz vor dem russischen Angriff wurde es testweise vom russischen Netz abgekoppelt, ein dauerhafter Inselbetrieb war aber nicht vorgesehen.

Die Anbindung an das europäische Stromnetz diente vor allem der Stabilisierung, denn kleine Stromnetze sind tendenziell instabiler als große.

Die Kapazitäten für den Austausch sind dabei limitiert. Die Ukraine ist nicht Teil des europäischen Strommarktes, sondern importiert lediglich zum eigenen Verbrauch.

Transite, wie sie im europäischen Netzgebiet üblich sind, finden nicht statt. Als es in Folge der russischen Angriffe vermehrt zum Ausfall von Kraftwerken kam, stiegen die Importe an, vor allem aus Ungarn und der Slowakei.

Negative Auswirkungen auf die Stabilität des europäischen Stromnetzes gibt es dadurch nicht, denn Stromausfälle sind auch in der Ukraine regional. Sie werden eingegrenzt, indem die betroffenen Bereiche vorübergehend abgetrennt werden, auch die Verbindungen zum europäischen Netz können gegebenenfalls getrennt werden.

„Umspann-Bunker“

Dass Strom bis in den Osten der Ukraine fließen kann, ist den befestigten Umspannwerken zu verdanken. Einerseits sind bereits Projekte im Gange, diese tief unter die Erde zu verlegen, sodass sie von Luftangriffen verschont werden.

Dies kostet jedoch Zeit und Geld. Bestehende Umspannwerke werden in „Hochbunker“ verwandelt: Stahlträger und massive Betonmauern bieten Schutz gegen russische Raketen und Drohnen – zumindest hält sich der Schaden meist in Grenzen und kann nach einem Luftangriff in der Regel rasch behoben werden. 55 Gigawatt installierte Leistung hatte der ukrainische Kraftwerkspark im Gesamten.

Wegen der russischen Angriffe sind davon nur noch etwa 20 Gigawatt am Netz. Nach den AKW haben thermische Kraftwerke, in denen Kohle und Gas verbrannt werden, den größten Anteil.

Russen rücken weiter vor

Indes rücken die russischen Streitkräfte im Donbass weiter vor, nahmen sie am Wochenende große Teile der 15.000-Einwohner-Stadt Nowohrodiwka ein – anscheinend ohne auf nennenswerten Widerstand zu stoßen. Auf Drohnenvideos ist die Stadt weitgehend unbeschädigt.

Die Stadt Pokrowsk ist weniger als 13 Kilometer von der Front entfernt. Fällt sie an die Russen, wäre das ein schwerer Schlag für die ukrainischen Streitkräfte. Die Stadt ist ein wichtiges Umschlagzentrum der ukrainischen Logistik für den Donbass, vor allem für Tschassiw Yar und Kramatorsk.

Und derzeit sieht es nicht danach aus, dass der Kreml russische Kräfte aus dem Donbass nach Kursk abzieht, wo die ukrainischen Streitkräfte weiterhin kämpfen.

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