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Warum die Austria Jürgen Werner nicht auszahlen kann

von Max

Die Wiener Austria ist ein komplexes Konstrukt aus Verein und AG. Und genau dort lag auch die Bruchlinie zwischen den handelnden Personen. Die Investoren – die WTF und die Viola Investment – halten insgesamt 49,9 Prozent Anteile an der Austria. Auf die Viola Invest entfallen 60 Prozent, auf die WTF 40 Prozent. 

Da Jürgen Werner der Austria zu einem Zeitpunkt unter die Arme gegriffen hatte, als die Insolvenz drohte, musste die Austria durchaus einige vertragliche Zugeständnisse machen, die sich in einem Syndikatsvertrag ausdrücken. Die WTF hat somit ein Vetorecht und kann seit 14. Dezember 2024 rein theoretisch die Anteile der anderen Investorengruppe aufgreifen.

Fokus Gemeinderat

Werner meinte auf Nachfrage, dass er derzeit kein Interesse daran hätte, einige Personen rund um die Austria halten dies aber jederzeit für möglich. Wenn die WTF weitere Anteile sich zu eigen macht und dadurch wächst, wird sie gleichzeitig für einen Rückkauf durch die Austria immer teurer.

Die Violetten haben den Fokus derzeit auf die Erteilung der Lizenz und den Wiener Gemeinderat am 23. April gerichtet, wo der Stadionverkauf final behandelt wird. Der soll Einnahmen von fast 40 Millionen einbringen, mit einem Großteil dieses Geldes möchte sich die Austria entschulden und so gut wie alle Verbindlichkeiten begleichen. Ausgenommen dabei ist das luxemburgische Unternehmen Quattrex, das ursprünglich auch am Stadionkauf Interesse bekundet hatte. 

Eine Millionen-Überweisung an Jürgen Werner und dessen Investorenkollegen sieht der violette Plan derzeit nicht vor.

Vier bis fünf Millionen

AG-Vorstand Harald Zagiczek: „Die AG muss sich Reserven halten, damit wir die Liquidität garantieren können.“ Bei dem ursprünglich veranschlagten Wunschkaufpreis von 45 Millionen wären das acht bis neun Millionen Euro gewesen, aktuell sind vier bis fünf Millionen realistisch, die der Austria-AG bleiben könnten. Mit dem Verkauf der Generali Arena ist der Austria die Bilanz-Sanierung gelungen, die operative Sanierung muss jedoch auf den Fuß folgen, ansonsten wären die Reserven recht bald aufgebraucht. Denn in den vergangenen Jahren legten die Violetten zumeist ein Geschäftsjahr mit roten Zahlen hin.

Auf Eis gelegt sind jedenfalls die Gespräche mit der ungarischen Unternehmensgruppe rund um Lorinc Meszaros, ein enger Freund von Premier Viktor Orban. Nach zwei Treffen im Herbst 2024 zeigten die Ungarn immer wieder Interesse an der Austria. Die Stadt Wien wollte mit dem Stadionkauf auch die Einflussnahme ausländischer Investoren verhindern.

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